CRR II – Neuerungen für Regulatorische Eigenmittel

Im vierten Teil unserer Serie über CRR II Neuerungen für das Meldewesen berichten wir heute über die Auswirkungen auf die Ermittlung der Eigenmittel.

Die CRR II bringt bedeutende Änderungen in Bezug auf die Ermittlung der Eigenmittel mit sich. Zu den elementaren Komponenten zählen hierbei Änderungen an der Ermittlung der Instrumente des harten Kernkapitals (CET1), des zusätzlichen Kernkapitals (AT1) und der Kapitalabzugsposten.

 

Instrumente des harten Kernkapitals (CET1)

Mit der CRR II werden verschiedene Detailänderungen an den Komponenten der Eigenmittel vorgenommen. Mit Blick auf das harte Kernkapital ist hier im Besonderen die Erleichterung des Verfahrens zur Anerkennungsfähigkeit von CET1-Instrumenten zu nennen. So führen Ergebnisabführungsverträge zukünftig nicht zwingend zu einer Aberkennung der Klassifizierung als hartes Kernkapital. Vielmehr gelten die Anforderungen an CET1-Instrumente im Falle gewisser Gesichtspunkte trotz der Abführungspflicht als erfüllt. Zu den Kriterien zählen beispielsweise Ergebnisabführungsverträge zwischen Mutter- und Tochterunternehmen im gleichen EU-Mitgliedsstaat. Zudem muss das betreffende Mutterunternehmen mindestens 90% der Stimmrechte und des Kapitals der Tochter halten. Darüber hinaus muss der Ergebnisabführungsvertrag zur Verfolgung legitimierter steuerlicher Zwecke bestehen. Ein weiteres Beispiel ist, dass sich das das Mutterunternehmen zum Verlustausgleich verpflichten muss.

Die zweite Erleichterung bei der Anerkennung von Eigenmittelanforderungen als hartes Kernkapital besteht darin, dass künftig erneute Emissionen von CET1-Instrumenten bereits vor der Bestätigung der Aufsicht angerechnet werden.

Zusätzliches Kernkapital (AT1)

Die Definition der ausschüttungsfähigen Posten („Available Distributable Items“, ADI) soll so verändert werden, dass zukünftig faktisch alle nach nationalem Recht gebildeten Rücklagen zur Disposition des Instituts für die Ausschüttung auf zusätzliches Kernkapital (Additional Tier 1: AT1) stehen. Die Anpassung ist eine Reaktion auf die hohe Unsicherheit über die Risiken von Kuponzahlungen.

Kapitalabzugsposten

Bei den Kapitalabzügen des harten Kernkapitals wird eine Ausnahme für Software geschaffen, indem man eine zusätzliche Erleichterung bei den immateriellen Vermögensgegenständen durch Nichtabzug von bilanziell aktivierter Software mit Werterhalt im Abwicklungsfall erreicht. Somit muss untersucht werden, ob die aktivierte Software-Position im Insolvenzfall werthaltig ist. Gleichzeitig wird die Ausnahme für nicht von der künftigen Rentabilität abhängige Steueransprüche auf vor dem 23. November 2016 entstandene Positionen beschränkt.

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Zum Autor: Harun Ara ist seit 2018 Meldewesen Consultant der CURENTIS AG und verfügt über um­fangreiche Projekterfahrung aus Großbanken und hat sich auf das Aufsichtsrechtliche Meldewesen spe­zialisiert.