Kommt bald der digitale EURO?

Anfang Oktober 2020 hat die Europäische Zentral Bank (EZB) einen Bericht über den digitalen EURO veröffentlicht, der uns einen Einblick in eine mögliche Zukunft unseres Geldes gibt.

Der Bericht basiert auf den Ergebnissen die eine hochrangige Taskforce (auch „Eurosystem High-Level Task Force on Central Bank Digital Currency“ genannt), seit Januar 2020, erarbeitet hat. Demnach stellt der digitale EURO eine adäquate Ergänzung zum bestehenden EURO dar und ist keinesfalls seine Ablösung.

Doch was sind die Beweggründe der EZB eine digitale Variante des EURO´s einführen zu wollen? Neben dem Symbol für die Europäische Gemeinschaft und der europaweiten Integration, spielen die Konkurrenz aus dem Ausland sowie private Kryptowährungen eine Rolle.

Auch geht die Nutzung von ressourcenaufwändigen Bargeld kontinuierlich zurück, da kommt eine digitale Lösung gerade recht. Diese bietet der EZB die Chance eine zukunftsorientierte umweltfreundliche Lösung zu implementieren.

Neben den Gründen für einen digitalen EURO befasst sich die Recherche der Taskforce mit den Anforderungen an das neu aufzusetzende Produkt. Diese bestehen im Kern darin, dass der digitale Euro

… die aktuelle Geldpolitik der EZB unterstützt,

… den Regulierungsstandards entspricht,

… den Zugriff on- und offline ermöglicht,

… und somit ein weltweites effizientes Zahlungsmittel darstellt.

Gleichzeitig geht die EZB auf den Aspekt der Sicherheit ein, welcher gerade für CURENTIS als Dienstleister für Anti-Financial-Crime (AFC) von besonderer Bedeutung ist. Demnach legt die EZB großen Wert auf die Widerstandsfähigkeit gegen Cyber-Kriminalität, ohne dass aktuell bereits näher beschrieben wird, wie dies realisiert werden kann. Da in diesem Zusammenhang noch nicht final geklärt ist, wie der digitale EURO technisch aufgesetzt werden soll und auch die Infrastruktur noch unbekannt ist, bleibt das Thema zum gegenwärtigen Zeitpunkt also noch unspezifiziert.

In den kommenden Monaten sind diverse Stakeholder Befragungen, intensive Workshops mit internationalen Instituten, Foren und Standardsetzern sowie eine Testphase erster funktionaler Entwurfsoptionen geplant bis die EZB Mitte 2021 über die Fortführung des Projektes digitaler EURO entscheiden soll. Die CURENTIS AG, verfolgt die Studie mit großem Interesse, da Veränderungen sowohl immer Chancen, als auch Risiken mit sich bringen. Wir werden Sie über die weiteren Entwicklungen rund um den digitalen EURO auf dem Laufenden halten.

Zum Autor:

Peter Ellebracht ist seit 2020 Senior Consultant der CURENTIS AG. Er verfügt über langjährige Erfahrungen im Zahlungsverkehr aus der Projektarbeit im Kreditkartenprocessing in denen er u.a. bei Themen wie Apple Pay und der Debit-Mastercard mitgewirkt hat.