Kryptowerte und Geldwäsche – Ein Kommentar zum jahresbericht 2019 der FIU

14.09.2020

Mit der Veröffentlichung des Jahresberichts zieht die FIU Bilanz und stellt für das Jahr 2019 mit insgesamt 114.914 eingegangenen Verdachtsmeldungen einen starken Anstieg um fast 49 % gegenüber dem Vorjahr fest. Damit gingen rund 37.500 mehr Verdachtsmeldungen ein als im Jahr 2018. Vergangene Woche haben wir uns bereits mit dem Schwerpunktthema „Immobilien“ aus dem FIU Jahresbericht auseinandergesetzt. Diese Ausgabe beleuchtet die Sicht des FIU-Jahresberichtes auf das Thema „Kryptowerte“.

Kryptowährungen sind digitale (Quasi-)Währungen mit einem meist dezentralen, stets verteilten und kryptografisch abgesicherten Zahlungssystem. Sinn und Zweck von Kryptowährungen ist, bargeldlosen Zahlungsverkehr ohne die Abhängigkeit, Aufsicht oder Mitwirkung von Banken und Behörden zu ermöglichen.

Im Jahr 2019 erhielt die FIU insgesamt 760 Meldungen über verdächtige Transaktionen mit Bezug zu Kryptowährungen. Dies entspricht einer Steigerung von 25% gegenüber 2018, als 570 Verdachtsmeldungen hinsichtlich Krypto-Assets der FIU zugestellt wurden. Mittlerweile hat die FIU dieses Thema als wesentlichen Bestandteil in ihren Risikoschwerpunkt „Einsatz neuer Zahlungsmethoden“ aufgenommen. Überdies stellen Kryptowährungen in Bezug auf Geldwäsche aufgrund der Anonymität und Schnelllebigkeit ein hohes Risikopotential dar.

Bei einer speziellen Bewertung stellte die FIU fest, dass mehr als die Hälfte der Berichte sich auf Geldwäscheaktivitäten und Betrug bezog, wobei Produktbetrug und Phishing-Aktivitäten auffielen. Darüber hinaus stellte die FIU fest, dass viele verdächtige Transaktionsberichte im Zusammenhang mit der Weiterleitung illegal erhaltener Gelder an Handelsplattformen, Investitionsbetrug sowie nicht autorisierten Investmenttransfertransaktionen standen.

Die Tatsache, dass es schwierig ist, Transaktionen in diesem Bereich zu verfolgen, ist ein ideales Mittel für Kriminelle, um für illegale Waren und Dienstleistungen zu bezahlen. Mit der Möglichkeit, verschiedene Krypto Währungskonten einfach zu eröffnen, können Kriminelle schmutziges Geld mit einem sehr geringen Risiko umwandeln. Diese Konten erleichtern es Geldwäschern auch, diese Gelder grenzüberschreitend zu transferieren, und mit der wachsenden Liste von Waren, die mit Kryptowährungen zum Kauf angenommen werden, werden die Möglichkeiten nur noch erweitert. Eine Nachverfolgung dieser Gelder scheint fast unmöglich.

Angesichts der technologischen Entwicklung, die zu einer erheblichen Beschleunigung der Transaktionen im In- und Ausland führt, wird deutlich, warum Krypto-Assets als Instrument zur Geldwäsche für Kriminelle so interessant sind. Seit 01.01.2020 zählen zu den neuen GwG-Verpflichteten nun auch der gewerbliche Handel mit Kryptowerten sowie das Kryptoverwahrgeschäft. Bleibt zu hoffen, dass sich im Jahr 2020 die Anzahl der verdächtigen Transaktionsmeldungen hinsichtlich Kryptowerten deutlich ansteigt und nicht nur auf die Finanzinstitute zurückzuführen sind.

CURENTIS hat sich schon frühzeitig mit dem Thema „Kryptowährungen“ befasst und bietet unter  anderem das Webinar „Kryptowährungen – Ein regulatorisches Mammutprojekt“ sowie viele weitere spannende Webinare rund um das Thema Geldwäsche an. Für mehr Informationen besuchen Sie gerne unsere Website unter https://curentis.com/webinare-afc/ .

Über CURENTIS AG

Die CURENTIS AG ist ein Produkt- und Consultingunternehmen für bankenaufsichtliches Meldewesen und Anti-Financial Crime/ Anti-Money Laundering. Die Produktlösungen der CURENTIS Risk FACTORY GmbH setzen Maßstäbe für digitale Prozesse, die die Bonitätsprüfung und den KYC-Prozess für Finanzdienstleister schnell, effizient und sicher machen.