Neue Vorgaben für die Offenlegung unter CRR II

07.Oktober 2020

Im achten Teil unserer Serie über die CRR II Neuerungen berichten wir über die neuen Vorgaben der Offenlegung. In den neuen Vorgaben werden umfangreiche Maßnahmen des Baseler Ausschusses umgesetzt, zusätzlich ergänzt durch Vorgaben zur Sicherstellung der Proportionalität. Gerade der Proportionalitätsansatz bringt deutliche Veränderungen in der CRR II mit sich. So ergibt sich daraus erstmalig eine Definition von sogenannten „kleinen und nicht-komplexen“ Instituten. Diese Definition bildet wiederum die Basis für Erleichterungen im Meldewesen. Die Einordnung als kleines und nicht komplexes Institutes ist an Bedingungen geknüpft, die erstmals in der CRR II aufgezählt und kumulativ einzuhalten sind.

Die zuständige Aufsichtsbehörde prüft die Bedingungen des Institutes und kann trotz Erfüllung der Bedingungen entscheiden, dass es sich nicht um ein kleines und nicht-komplexes Institut handelt.

Neben dem Proportionalitätsansatz ändert sich zudem die Häufigkeit, inder Institute ihre Zahlen offenlegen müssen. Bislang befanden sich einzelne Konkretisierungen nur in den EBA-Leitlinien 2014/14 und 2016/11, sowie im BaFin-Rundschreiben 05/2015 wieder. Diese Konkretisierungen wurden nun in der CRR II umgesetzt und festgelegt. Die Häufigkeit und der Umfang der Offenlegung hängt von der Größe des einzelnen Institutes, sowie von seiner Kapitalmarktorientierung ab. Daraus ergibt sich ein breites Spektrum an Offenlegungsanforderungen. Jedoch werden damit regulatorische Belastungen für zahlreiche kleine Institute innerhalb der EU signifikant reduziert.

Ein wesentlicher Schritt zur Vereinheitlichung der Offenlegung und zur Steigerung der Übersichtlichkeit ist das neu eingeführte „Key Metrics Template“ in Artikel 447 der CRR II. Von der Institutsgröße unabhängig müssen alle Institute die wichtigsten aufsichtsrechtlichen Kennzahlen zu Eigenmitteln, Leverage Ratio, LCR und NSFR in dieser Tabelle offenlegen.

Mit der Einführung der CRR II wird auch der bisher abstrakt gehaltene Begriff der bedeutenden Tochterunternehmen wegfallen. Nach den neuen Vorgaben gelten Tochterunternehmen nur dann als bedeutend, wenn diese zu großen Instituten gehören. Nur dann unterliegen die Tochterunternehmen separaten Offenlegungspflichten auf Institutsebene.

Die Herausforderungen steigen mit den neuen Offenlegungsvorschriften immens, gerade in Bezug auf die Abstimmung von Informationen aus unterschiedlichen Datenquellen. Dem Offenlegungsbericht wird nun die gleiche Bedeutung wie dem Financial Reporting zugeordnet, womit neue Pflichten einhergehen. So soll der Offenlegungsbericht dem gleichen Überprüfungsniveau unterliegen, wie es für den Lagebericht als Teil des Geschäftsberichtes Anwendung stattfindet.

In der CRR II werden bereits viele Themen aus den Phasen II und III von Basel IV des Baseler Rahmenwerk umgesetzt. CURENTIS hilft Ihrem Institut bei der Bewältigung dieser und der kommenden Aufgaben. Sprechen Sie uns an.

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Zum Autor:

René Richter ist seit 2019 Senior Consultant der CURENTIS AG. Er verfügt über langjährige Erfahrungen sowohl aus der Projektarbeit im Meldewesen als auch aus der operativen Meldungserstellung und hat sich auf das Aufsichtsrechtliche Meldewesen spezialisiert.