Neuerungen bei der Berechnung des Kontrahentenausfallrisikos unter CRR II

Im siebten Teil unserer Serie über die CRR II Neuerungen berichten wir über die Neuregelungen bei der Berechnung des Kontrahentenausfallrisikos.

Mit der verpflichtenden Anwendung der CRR II ab dem 28. Juni 2021 wird die neue Berechnungsmethode für das Ausfallrisiko bei Derivaten Anwendung finden. Hierfür werden ein neuer Standardansatz (SA-CCR) für die Bewertung vom Kontrahentenausfallrisiken aus Derivaten eingeführt und neue Schwellenwerte für die Berechnung festgelegt. Darüber hinaus werden Änderungen der RWA-Berechnungen von Geschäften, die durch eine zentrale Clearing Stelle laufen, sowie Neuerungen bei der CVA Risk Capital Charge eingeführt.

Schwellenwerte für die Anwendung des SA-CCR

Neben den neuen Schwellenwerten werden auch die Bedingungen an die Berechnung der Schwellenwerte angepasst. Institute dürfen keine Geschäfte mehr eingehen, die nur zur Erfüllung der Schwellenwerte bestimmt sind. Darüber hinaus werden die absoluten Werte von long und short Derivaten aufsummiert. Zur Berechnung der Größe des Derivateportfolios werden am letzten Tag des Monats zuletzt verfügbare Marktwerte bzw. Fair Values herangezogen. Diese Maßnahmen sollen zu einer deutlich risiko-bewussteren Berücksichtigung von Einzelgeschäften und der Portfoliosteuerung anleiten. Neben dem neuen Standardansatz, werden zwei weitere vereinfachte Verfahren, zur Nutzung freigegeben. Dies sind:

  1. Vereinfachte Standardmethode
  2. Ursprungsrisikomethode

Die Verwendung der Ursprungsrisikomethode oder des vereinfachten Standardansatzes ist für Kreditinstitute, die die Bedingungen erfüllen, optional.

Bei der vereinfachten Methode ist jedoch die Anrechnung von Sicherheiten eingeschränkt und für bestimmte Parameter wird ein konstant erhöhter Wert einbezogen. Dies führt in den meisten Fällen zu einer Erhöhung der risikogewichteten Aktiva (RWA), ist aber bei kleinen Derivateportfolien durchaus vorteilhaft, da der Daten- und Ermittlungsaufwand für die Meldung stark reduziert werden kann.

Weitere Neuerungen mit dem Standardansatz

Für Kreditinstitute wird zusätzlich mehr Aufwand geschaffen durch neue technische Standards für Positionen der Haupt-Risikotreiber sowie bei der Neuerarbeitung der Supervisory Deltas.

Erste Konsultationspapiere wurden hierzu bereits im Mai 2019 von der EBA veröffentlicht; der erste richtige Entwurf wurde zusätzlich Ende 2019 veröffentlich.

Für Geschäfte mit einer zentralen Gegenpartei/ Central Counter Party (CCP) wird es unter der SA-CCR sogar zu Vereinfachungen kommen, bspw. wird es nur noch eine Methode geben um das Exposure gegenüber einer CCP für ein bereits gecleartes Geschäft innerhalb der RWAs zu quantifizieren.

Die bereits bestehenden Herausforderungen an die Institute werden durch die Änderungen im Kontrahentenausfallrisiko nicht geringer, CURENTIS hilft Ihnen bei der Bewältigung dieser Aufgaben. Sprechen Sie uns an.

Hier geht es zu den anderen Beitragen unserer Serie über CRR II Neuerungen:

Zum Autor: Kassra Rashidian ist seit Anfang 2018 als Meldewesen und ABACUS Spezialist bei der CURENTIS. Er verfügt über umfangreiche Erfahrungen aus ABACUS Da Vinci und ABACUS 360 Einführungen bei verschiedenen Banken.