Soziale Pfandbriefe: Pfandbriefbanken setzen Mindeststandards für Emission

Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (kurz: vdp), bzw. die darin organisierten Kreditinstitute, haben am 16. März 2021 Mindeststandards für die Emission von sog. Sozialen Pfandbriefen veröffentlicht. Dies ist ein weiterer Schritt, hin zu einem nachhaltigen Finanzsystem, das mit sog. Grünen Anleihen oder im Fall der Pfandbriefbanken, Grünen Pfandbriefen, in den letzten Jahren ein erstaunliches Wachstum erfahren hat.

Die Sozialen Pfandbriefe, bisher als „kleine Schwester“ ihrer grünen, ökologisch nachhaltigen Pendants betrachtet, unterscheiden sich von diesen im Wesentlichen nur durch die Auswahl der zu (re-) finanzierenden Projekte und Vermögensgegenstände. Im Fall des vdp wären dies Assets aus den Bereichen Versorgung und Verkehr, Soziales Wohnen, Bildung und Forschung sowie Gesundheit. Aufgrund der prinzipiellen Ähnlichkeit beider Finanzinstrumente ist es auch wenig überraschend, dass sich die Mindeststandards für beide nicht grundlegend unterscheiden. Auch bei Sozialen Pfandbriefen oder sog. Social Bonds ist Transparenz Trumpf. Der vdp baut mit seinen Mindeststandards auf den Social Bond Principles der International Capital Market Association (kurz: ICMA) auf, die mit ihren Green Bond Principles bereits international anerkannte Prozessleitlinien veröffentlicht haben, die Emittenten zu Transparenz und Offenlegung anhalten sollen und denen auch beispielsweise das Green Bond-Rahmenwerk der Deutschen Pfandbriefbank folgt.

Mit der Emission eines ersten Sozialen Pfandbriefs durch das vdp-Mitgliedsinstitut Deutsche Kreditbank (kurz: DKB), begegnen der vdp bzw. die DKB einem seit geraumer Zeit diskutierten Problem: dem Fehlen geeigneter nachhaltiger Investitionsmöglichkeiten bei gleichzeitig steigender Nachfrage nach eben diesen. Somit ist es nicht unwahrscheinlich, dass sich Soziale Pfandbriefe oder Social Bonds noch stärker am Markt etablieren und auch zu einem breiteren Markt für nachhaltige Finanzinstrumente führen werden. Speziell Social Bonds haben während der aktuellen COVID-19 Pandemie Rückenwind erfahren, da sich gezeigt hat, dass sie geeignet sind, die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Pandemie zu bekämpfen bzw. abzuschwächen.

Zum Autor: Matthias Hadinek ist seit 2020 Senior Consultant der CURENTIS AG. Er verfügt über mehrjährige Erfahrungen aus der Projektarbeit in der prüfungsnahen Beratung mit dem Schwerpunkt auf kreditnahen Themen und Aufsichtsrecht. Darüber hinaus hat er sich auf Sustainable/ Green Finance spezialisiert.